„Recht muss Recht bleiben!“

Wer das vertritt, tut kund, dass sich jedem Gesetz fraglos untergeordnet werden müsse – die Frage nach Sinn und Zweck von Gesetzen, ob sie einen schädigen oder nicht, wird gar nicht erst aufgeworfen. Alleine dass sie vorhanden sind, soll für Gefolgschaft werben. Bekundet wird also zuallererst, ein braver und teuer Untertan sein zu wollen, der noch alles mitmacht – theoretisch. Praktisch ist es so, dass der Ruf „Recht muss Recht bleiben“ sich immer gegen andere wendet. Wenn man selber mit den zahlreichen Gesetzen und Verordnungen in Konflikt kommt – vom Falschparken bis z.B. zum Miete-nicht-mehr-zahlen-können –, will man davon nichts wissen. Muss man auch nicht, denn es existiert ein Gewaltapparat, der Gesetze, die einem nicht passen, gegen einen durchsetzt. Begleitet werden solche Zwangsmaßnahmen von den Rufen der anderen, „Recht muss Recht bleiben“.

Statt sich mal anzuschauen, was mit den Gesetzen und Verordnungen vorliegt, welchen Interessen sie dienen und welche sie schädigen, hetzen die „Recht muss Recht bleiben“-Rufer sich also gegenseitig den Staat auf den Hals. Das ist zuallererst selbstschädigend, wie ein einfaches Beispiel klarmachen sollte: Wenn Lohnabhängige einem ihrer Kollegen, der sich die Miete nicht mehr leisten kann, „Recht muss Recht bleiben“ entgegengrölen und damit seinen Rauswurf fordern, fordern sie auch, dass sie selber weiterhin Miete abzudrücken haben – und, wenn es hart auf hart kommt, auch rausgeschmissen werden sollen. Damit ist nur eines bestätigt: Dass Wohnraum eine Ware ist, mit der man Leute – und damit auch einen selber – erpressen kann (zum Zwecke der Geldvermehrung). Man fördert damit das Interesse der Gegenseite, nämlich des Vermieters, also umgekehrt die eigene Verarmung. Ganz schön dumm.

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