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Die Abschaffung der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA)

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„Im Regierungsprogramm wird von der AUVA bis Ende des Jahres ein Konzept zur Einsparung von 500 Millionen Euro gefordert, der von den Unternehmern zu leistende Unfallversicherungsbeitrag soll von 1,3 auf 0,8 Prozent gesenkt und damit die Lohnnebenkosten um 500 Millionen Euro reduziert werden. Andernfalls werde die AUVA in die bestehenden Träger überführt und damit aufgelöst.

Hartinger-Klein teilte nun mit, dass sie bisher keine Pläne von der AUVA dafür bekommen habe. Sie gehe auch davon aus, dass die AUVA die 500 Millionen nicht zustande bringen werde. Deshalb werde es „nach derzeitigem Stand“ zur Auflösung kommen.“ (orf.at)

Lohnnebenkosten tut so, als wäre das Geld, das ein Unternehmer großzügig in die Hand nimmt, um die Arbeitnehmer mit sozialen Großzügigkeiten zu bedenken. Natürlich weiß, nüchtern betrachtet, jeder, dass das so nicht stimmt: Eine Investition tätigt man, um aus Geld mehr Geld zu machen. In der Unternehmenskalkulation sind Lohnnebenkosten somit einfach nur ein Bestandteil der Lohnkosten, die man vorschießen muss, damit man Arbeitnehmer anstellen kann, damit sie für einen nicht nur den Lohn inkl. „Nebenkosten“ reinarbeiten, sondern darüberhinaus den Gewinn – um den geht es ja gerade bei dem ganzen Manöver.

Insofern ist die Klage mancher Sozialdemokraten, die Abschaffung der AUVA sei deshalb eine Verarmung, weil das die einzige Sozialversicherung sei, bei der die Arbeitgeber zahlen, falsch: Ja, pro forma zahlen bis jetzt die Arbeitgeber. Aber eben nur pro forma.

Die Klage wiederum, die Abschaffung der AUVA sei ein Verarmungsprojekt, stimmt, aber eben anders: Die Arbeitnehmer werden in Zukunft nämlich weiterhin mindestens so viel arbeiten, wie derzeit, wo sie auch die AUVA-Beiträge erarbeiten müssen; die AUVA-Leistungen wird es aber bald nicht mehr geben.
Das Geld wandert in Zukunft nicht mehr Richtung AUVA, sondern Gewinnbilanz.

PS: Natürlich fragt sich, woher dann in Zukunft die Leistungen bei Unfällen kommen sollen. Die Antwort: gar nirgends her, das hieße Privatversicherung zahlen vom eh stets knappen Lohn. Oder aber: die Krankenkassen-Beiträge steigen. Klar ist: man muss als Arbeitnehmer noch mehr Arbeiten.

Written by proletin

April 6th, 2018 at 6:38 am

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